Kognitive Mathematik

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Inge Schwank

 

 

QuaDiPF C-17

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Diese Aufgabe läßt sich funktional gut lösen.
(Eine gleichermaßen brauchbare prädikative Lösung ist uns bislang nicht bekannt.)

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Funktionale Lösung

Im Falle einer funktionalen Lösung wird bekanntlich auf Prozeßabläufe hin analysiert.

In dem gegebenen Bild kann man in der mittleren Spalte bzw. Zeile Werkzeuge erkennen, die die auszuführenden Arbeiten angeben.

  • In der ersten Zeile wird ein Vergrößerungsoperator angewendet.
  • In der zweiten Zeile wird ein Drehoperator angewendet.
  • In der dritten Zeile wird ein kombinierter Dreh-Vergrößerungsoperator angewendet.

Spaltenweise führt ein ähnliches Vorgehen zum Ziel: in der ersten Spalte wird geflippt, in der zweiten Spalte gedreht und in der dritten Spalte eine kombinierte Flip-Drehaktion durchgeführt.

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Anmerkung
Die Befunde zeigen, daß manche Menschen mit besonderer Leichtigkeit in Zeichen Werkzeugideen hineinlesen können. Noch ist dieser Sachverhalt zu wenig untersucht. Jahrelang hatten wir erfolgreich den APM-Test von Raven eingesetzt, um in Untersuchungen zum mathematischen Denken in Deutschland, China und Indonesien bezüglich ihrer intellektuellen Leistungsfähigkeit vergleichbare Untersuchungsgruppen zusammenzustellen. Erst später fielen die beiden hier besprochenen unterschiedlichen Lösungsansätze auf.

Im APM-Test gibt es genau eine Aufgabe, der das Operator-Prinzip zugrunde liegt.

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APM II - 18

Raven, J.C. (1965): Advanced Progressive Matrices. Set I und II. Lewis: London.

Bemerkenswerterweise ist genau diese Aufgabe (und damit eine ganze Aufgabenklasse) in einer Untersuchung zur kognitiven Bearbeitung der Raven-Aufgaben, wobei Augenblickbewegungskameras eingesetzt wurden, herausgefallen. Die Autoren hatten eine prädikative Analyse zugrundegelegt und mußten dann besagte Aufgabe, da (so) nicht klassifizierbar, von ihren weiteren Analysen auschliessen.

Carpenter, P., Just, M. & Shell, P. (1990): What One Intellignece Test Measures: A Theoretical Account of the Processing in the Raven Progressive Matrices Test. Psychological Review. 97, 3, 404-431.

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Nächste Aufgabe.

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Copyright: Inge Schwank, University of Osnabrueck
Last modified: 2000 Feb 20